Schnellsuche

 
 
Spreewaldforum
Forum-Startseite
Forum-Kontakt
Forum-Regeln
Rechtshinweise
 
Spreewald Informationen
Spreewald-Verzeichnis
 
Spreewaldseiten
 
Sponsoren
STS Kahnfahrten
Küchen 70% günstiger
Lübbenau Spreewald
Kahnfahrten-Spreewald
 
Sonstiges
Werbung
Link zu uns
LübbenauNutzungsbedingungen
Rechtshinweise
Spreewaldinteressante Seiten
 

 
Der Spreewald verliert sein Kühe / Spreewaldnews
Der Spreewald verliert sein Kühe - 14.07.2008 - 18.33 Uhr User: Stephan
Der Spreewald verliert sein Kühe - EU-Richtlinien zum Schutz des Grundwassers machen Bauern Sorgen - Stiftung fordert neue Konzepte Korrespondent

Lehde (ddp-lbg). Die Nachricht aus Leipe traf die Familie Konzagk hart. Mitarbeiter des Umweltamtes hatten im Nachbardorf eine undichte Jauchegrube entdeckt und den dortigen Kuhbauern zur Sanierung verdonnert. Geschätzte Kosten des Neubaus: 25 000 Euro. Weil ihnen das Gleiche drohte, entschloss sich die alteingesessene Bauernfamilie Konzagk zu einem radikalen Schritt: Sie rief einen Viehhändler an und der holte die drei Kühe ab. Die 30 Jahre alte Grube schütteten die Konzagks einfach zu.

So wie die Konzagks aus Lehde reagierten viele der insgesamt 25 Kuhwirte im Spreewald auf die Kontrollen, die seit dem vergangenen Herbst im Rahmen der sogenannten Cross-Compliance-Richtlinien der EU zum Schutz des Grundwassers im Spreewald durchgeführt werden. Weit über die Hälfte der Kleinbauern hat seitdem aus Angst vor dem Investitionszwang ihre Kühe abgeschafft. «Für eine vorschriftsmäßige Grube hätte ich von einem Architekten ein doppelwandiges Betonfundament mit Drainagen bauen lassen müssen», erläutert Helga Konzagk. Für die 53-Jährige hätte sich das nicht gerechnet. Solche Investitionen «bekomme ich mit ein paar Tieren nie wieder rein».

Mit Sorge beobachtet Michael Petschick von der Spreewald-Stiftung diese Entwicklung. «Mit den Kühen verliert der Spreewald eines seiner Wahrzeichen. Die Tiere gehören hierher wie der Spreekahn und die Gurken», sagt Petschick. Auch für das Landschaftsbild des Spreewalds könnte die Entscheidung der Bauern verheerende Folgen haben. «Ohne die Beweidung durch die Tiere und die Mahd für das Winterheu wird der Spreewald binnen weniger Jahren verbuschen.» Kein schöner Anblick für die jährlich über fünf Millionen Touristen, wie Petschick befürchtet.

Für alarmierender hält Petschick allerdings, dass sich an den aktuellen Ereignissen noch ganz andere Probleme ablesen lassen. «Der Generationenwechsel funktioniert offenbar nicht. Die Alten lehnen die Veränderungen ab und die wenigen Jungen schrecken wegen unsicherer Erwerbsaussichten vor hohen Investitionen zurück.» Und dies sei kein ausschließliches Problem in der Landwirtschaft. «Im Tourismus zeichnet sich Ähnliches ab», sagt Petschick. Vor diesem Hintergrund fordert er neue Konzepte für den Spreewald. «Der momentane Schein von der heilen Welt trügt. Ohne eine kreative Neuorientierung in den kommenden Jahren gehen mit der alten Generation die Lampen aus.»

Wie tiefgreifend die Probleme sind, zeigt das Beispiel Marco Storch. Der Mittzwanziger aus Lehde kann sich durchaus eine Zukunft im Spreewald als Landwirt vorstellen. Doch bevor er seinen Job als Elektriker aufgeben und das elterliche Gehöft übernehmen würde, müssten sich die Rahmenbedingungen ändern. «Es gibt zu viele Vorschriften, die das Leben schwermachen», sagt er. Dazu zählt er die strengen Regeln in den Schutzzonen der Biosphäre. «Um vernünftig arbeiten zu können, muss man sich als Landwirt freier bewegen können», sagt Storch. Zudem stören ihn die hohen Denkmalschutzauflagen. «Nicht einmal am eigenen Haus darf ich etwas ohne die Zustimmung vom Amt machen. Da fühlt man sich wie im Zoo», bemängelt er.

Bei der Spreewald-Stiftung weiß man um diese Probleme. «Das Leben im Spreewald ist sicherlich durch Extreme geprägt», sagt Petschick. Dennoch hält er die Kompromissfähigkeit aller Beteiligten für eine Grundvoraussetzung, um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft erarbeiten zu können. «Die drei Säulen des Spreewalds heißen nun mal Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus», sagt Petschick. Und diese drei Faktoren seien unmittelbar voneinander abhängig. «Alle drei Beteiligten müssen erstmal verstehen, dass der eine nicht ohne den anderen überleben kann», warnt Petschick.

Der Spreewald verliert nicht nur seine Kühe !!! - 14.07.2008 - 18.49 Uhr User: P.S.
Ich finde es eine Frechheit was sich die EU da mal wieder erlaubt.

Irgendwelche Bürokraten die von tuten und blasen keine Ahnung haben, zerstören, was seit Jahrhunderten ohne Probleme klappt.

Nur noch wenige Bauern gibt es in Lehde, welche aus diesem Grund Ihre letzten Kühe Ende dieses Jahres verkaufen müssen.

Der Kulturlandschaft Spreewald kann man somit beim Sterben zuschauen.

Denn wenn es keine Kühe mehr gibt, muss nicht mehr gemäht werden, die Störche werden verschwinden, weil diese kein Futter mehr finden und die schönen Heuschober verschwinden auch von der Bildfläche. Das ist aber nur ein Teil der Zerstörung. Da es nun auch keinen Mist mehr gibt, welcher für die Felder zum düngen gebraucht wird, verwildert das Gebiet zunehmend und bald wird von dieser wunderschönen Landschaft und den Traditionen nicht mehr viel zu sehen sein!!!



«« «  1 » »»


 
©2006 - Spreewald-Travel.de - Powered by triWEB.de

Links: